„Das war unfassbar“ – 11FREUNDE

Auf dem Grup­pen­foto vor dem Spiel am Dienstag gegen den FC Sevilla steht Abdou­laye Kamara zwi­schen seinen Mit­spie­lern in der hin­teren Reihe (2. v. l.). In der vor­deren Reihe halten die Team­kol­legen des 17-Jäh­rigen einen schwarz-gelben Schal mit der Auf­schrift ​UNITED Against Racism“. Und das nicht ohne Grund: Wäh­rend des Hin­spiels soll Kamara ras­sis­tisch belei­digt worden sein. Sevillas Ale­jandro Vaz­quez soll dem Mit­tel­feld­spieler gegen­über Affen­laute und ver­ächt­liche Gesten gemacht haben. Zwi­schen­zeit­lich stand auch ein Spiel­ab­bruch im Raum, nach kurzer Unter­bre­chung wurde das Spiel jedoch fort­ge­setzt.

Anschlie­ßend hatte der BVB bei der UEFA Beschwerde ein­ge­reicht. Lars Ricken, Leiter des Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trums der Dort­munder, erklärte jedoch, dass er nicht damit rechne, dass die Gescheh­nisse ein Nach­spiel haben würden, denn der Schieds­richter hätte nichts gehört oder bemerkt. Außerdem kün­digte Ricken an: ​Sollte es im Rück­spiel am Dienstag oder einem anderen Spiel erneute Vor­fälle dieser Art geben, werden wir das Feld ver­lassen. (…) Und zwar nicht beim dritten, son­dern beim ersten Mal.“

Die Ant­wort auf dem Platz

Eben­jenes Rück­spiel fand also am Dienstag in Dort­mund statt und erneut stand nicht der Fuß­ball im Vor­der­grund. Wieder war es wohl Vaz­quez, der Kamara gegen­über gegen Ende der ersten Halb­zeit Belei­di­gungen und Affen­laute ent­ge­gen­warf. Dort­munds Trainer Mike Tull­berg beschrieb nach der Partie, wie er bei den Unpar­tei­ischen auf taube Ohren stieß. ​Ein UEFA-Offi­zi­eller hat tat­säch­lich ange­fangen, mit mir zu dis­ku­tieren, wie ein Affe klingt und was ein Affe sagt. Das war unfassbar.“ Schieds­richter Luca Pai­retto erklärte, nichts mit­be­kommen zu haben, es stehe Aus­sage gegen Aus­sage. Und obwohl laut Tull­berg ein Sani­täter die Äuße­rungen gehört und auch bestä­tigt habe, blieb der Ita­liener dabei.

Anders als zuvor ange­kün­digt spielte der BVB das Spiel zu Ende, wenn auch ohne Kamara, der Gelb-vor­be­lastet in der 47. Minute aus­ge­wech­selt wurde. Tull­berg schil­derte, mit wel­cher Moti­va­tion seine Mann­schaft wei­ter­spielen wollte. ​Wir geben sport­lich die Ant­wort und wir gewinnen das Spiel.“ Das gelang, die Borussia gewann mit 2:0.

Ein ver­bo­tenes Spruch­band

Auch Mit­glieder der Fan-Initia­tive ​ballspiel.vereint!“ hätten den Sieg gerne im Sta­dion in Hohen­buschei ver­folgt. Die Initia­tive beschreibt sich selbst als Bündnis von BVB-Anhänger*innen, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein lang­fristig dis­kri­mi­nie­rungs­freies Mit­ein­ander in der Dort­munder Fan­szene zu eta­blieren. Zum Youth-League-Rück­spiel gegen Sevilla wollte sie ein Banner mit der Auf­schrift ​Soli­da­rität mit Kamara! Contra el racismo“ im Sta­dion zeigen. Laut ​ballspiel.vereint!“ wurde das Spruch­band jedoch von der UEFA ver­boten, die Gruppe blieb dem Spiel also fern. Wor­aufhin sie das Banner mit den Worten ​FUCK UEFA“ ergänzte und es vor dem West­fa­len­sta­dion prä­sen­tierte, wo am Abend das Cham­pions-League-Spiel der Männer gegen Sevilla statt­fand.

Und weil die Uefa das verbieten wollte haben wir das Spruchband spontan noch erg\u00e4nzt.
Shoutout auch an die Ordner vom @BVB<\/a> die das Spruchband nicht sehen und uns da vertreiben wollten pic.twitter.com\/1wR9yvA3ZG<\/a><\/p>&mdash; ballspiel.vereint! (@bvereint) October 11, 2022<\/a><\/blockquote>