„Hätte, wenn und aber – alles nur Gelaber!“ Das ist zwar kein sonderlich gängiges Sprichwort (ich dachte lange, ich hätte es selbst erfunden, dazu gleich mehr), aber zumindest in meiner Redensart-Sammlung hat es seinen festen Platz. Und da sehr erfolgreiche Menschen immer behaupten, man müsse ganz fest an sich selbst glauben, weil das ja sonst niemand mache, benutze ich – wann immer es um den Konjunktiv geht – statt echter Sprichwörter lieber dieses halb-eigene, lieber zum Beispiel als „Wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär mein Vater Millionär“, das unangefochtene G.O.A.T‑Sprichwort in Bezug auf die Möglichkeitsform. Falls ausgerechnet Sie sich den Millionärs-Spruch ausgedacht haben, bitte nicht sauer sein, mir ist bewusst, dass der besser ist, aber wie gesagt, man muss an sich selbst glauben, selbst dann, wenn man soeben beim Googeln bemerkt hat, dass man gar kein eigenes Sprichwort erfunden hat, sondern dass die Hätte-Wenn-Aber-Gelaber-Sache schon vor acht Jahren von einer Band namens „Querbeat“ als Refrain verwurstet worden ist. Jedenfalls: Im März 2022 war es mal wieder so weit. Karim Benzema schoss innerhalb von wenigen Minuten drei Tore gegen die Zirkustruppe von Paris St. Germain, lieferte eine Art Meisterstück ab, und ich dachte: Hätte er doch bloß nicht jahrelang im Schatten von Cristiano Ronaldo sein Dasein gefristet! Wenn er doch bloß nicht in die Erpressung eines Mitspielers verstrickt gewesen wäre! Aber hätte er bei der WM 2018 mitgespielt – und mitgewonnen! Und dann: Hätte, wenn und aber – alles nur Gelaber!
Hätte, wenn und aber – 11FREUNDE
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